Esprimo E5600 und Ubuntu 9.10 Linux
Generell ist der FSC Esprimo E5600 ein problemloser Kandidat für die Benutzung von Linux im allgemeinen. Einzig die vorhandene Grafikkarte (SIS 66x/76x) mit ihrer Shared Memory Speichernutzung kann Probleme bereiten, welche aber mit wenigen Griffen unter Kontrolle gebrachte werden können.
Sollten Sie ein Installationsbild wie auf dem obigen Screenshot bekommen, hilft im Normalfall das forcieren des Vesa-Treibers im Boot-Screen von der Ubuntu-Installation.
Laut Anleitung sollte eigentlich ein “Use Safe-Graphics” bzw. der Boot-Optionsparameter “ forcexvesa “ helfen. Leider gibt es in der aktuellen Beta 1 von Ubuntu 9.10 ein Fehler, sodass dieser nicht wirklich benutzt wird ( Siehe auch im Ubuntu-Launchpad-Bugreport über den aktuellen Zustand des Fehlers ).
Als Quickhack, habe ich einen relativ einfachen Weg gefunden:
Beim Installations-Bootscreen wählt man seine gewünschte Sprache aus. Dann drückt man F6, aber wähl keine der Menüpunkte aus, sondern drückt die ECS-Taste. Jetzt kann man Optionsparameter zum booten eingeben.
Hier fügt man vga=788 hinzu. vga=788 bedeutet dass beim kernelbooten der VESA-Modus 800×600 für den Text-Output aktiviert wird. Glücklicherweise reicht dies auch aus, um dem XServer der Installation den VESA-X11 Treiber zu nutzen, sodass eine Installation ohne Grafikfehler durchführbar ist.
Zu beachten ist nur, dass nach der fertigen Installation leider wieder der SIS-Treiber installiert ist, sodass man hier beim ersten Booten von der Festplatte wieder Grafikfehler hat.
Hier sollte man entgültig die X11-Konfiguration anpassen, damit unter Linux nur der Vesa-Treiber benutzt wird.
Entfernen der SIS Treiber und die Installation und Festlegung des VESA-Treibers
Eine simpelste Methode, die auch von unerfahrenen Unbuntu-Users genutzt werden kann, ist das Löschen des SIS-Xorg Treibers und die Installation des Vesa-Xorg Treibers.
In einer Terminal-Console gibt man folgendes sein:
sudo apt-get remove xserver-xorg-video-sis xserver-xorg-video-sisusb
sudo apt-get install xserver-xorg-video-vesa
Alternativ kann man dies natürlich auch mit den Paketmanagern wie Synaptic grafisch durchführen.
Nach der Installation sollte bei einem Neustart des Xservers (ggf. einfach Linux neustarten) die Grafikprobleme gelöst sein.
Damit das Problem in Zukunft (z.B. durch versehentliche Installationen der SIS Treiber bei einem Dist-Upgrade nicht mehr aktiviert wird), tragen wir den VESA-Treiber in die Xorg Konfigurationsdatei ein.
Wer sich mit dem Editor “vi” auskennt, kann dies mit folgendem Befehl konfigurieren:
sudo vi /etc/X11/xorg.conf
Alternativ kann man auch den Editor “joe” nehmen, welcher Wordstar-kompatibele Befehle mag.
In diesem Fall schreibt man:
sudo joe /etc/X11/xorg.conf
(Tipp: Bei Joe kann man die Datei nach dem Ändern mit “STRG+K” und dann X speichern und Joe beenden, Sollte man sich vertippt haben und nur schnell wieder aus dem Editor, dann bitte “STRG+K” und dann die Taste Q für quit. )
Hier ein Bespiel mit eingefügtem “Driver”-Eintrag für den VESA-Treiber im Bereich “Device”:
# xorg.conf (X.Org X Window System server configuration file)
#
# Edit this file with caution, and see the xorg.conf manual page.
# (Type "man xorg.conf" at the shell prompt.)
#
Section "InputDevice"
Identifier "Generic Keyboard"
Driver "kbd"
Option "XkbRules" "xorg"
Option "XkbModel" "pc105"
Option "XkbLayout" "de"
Option "XkbVariant" "nodeadkeys"
EndSection
Section "InputDevice"
Identifier "Configured Mouse"
Driver "mouse"
Option "CorePointer"
EndSection
Section "Device"
Identifier "Configured Video Device"
Driver "vesa"
EndSection
Section "Monitor"
Identifier "Configured Monitor"
EndSection
Section "Screen"
Identifier "Default Screen"
Monitor "Configured Monitor"
Device "Configured Video Device"
EndSection
Section "ServerLayout"
Identifier "Default Layout"
Screen "Default Screen"
InputDevice "Generic Keyboard"
InputDevice "Configured Mouse"
EndSection